Windenergie im Wald
WIE DAS KLIMA DURCH WINDKRAFT IM WALD PROFITIERT
Reesdorf, Borkheide und Beelitz sind umgeben von großflächigen Kiefernforsten. Für den Bau der Windenergieanlagen müssen wir an einigen Stellen Bäume abholzen. Als Ausgleich pflanzen wir ökologisch wertvollen Mischwald neben dem Truppenübungsplatz Lehnin. Von den Windenergieanlagen profitiert also nicht nur das Klima weltweit, sondern auch der Forst in Brandenburg wird ökologisch vielfältiger und widerstandsfähiger.
Die Folgen des Klimawandels sind deutlich zu spüren: Als eines der regenärmsten Bundesländer hat Brandenburg permanent mit Trockenheit zu kämpfen. Die Hitze setzt den Bäume zusätzlich zu und macht sie anfällig für Schädlinge oder Stürme. In den vergangenen Jahren brannten zudem tausende Hektar ab (vgl. www.forst.brandenburg.de).
Um für die Klimaziele ausreichend erneuerbare Energie zu erzeugen, müssen auch in Wäldern Windenergieanlagen gebaut werden. Der Wald und seine Bewohner stehen bei unseren Überlegungen zur Standortauswahl und während aller Bauphasen an oberster Stelle.
Die meisten Wildtiere, wie Rehe und Wildschweine, stören sich schon nach kurzer Eingewöhnungszeit nicht mehr an den Windenergieanlagen. Auch Spaziergänger werden dank des Waldes wenig von den Anlagen mitbekommen. Das Rauschen der Bäume übertönt das Geräusch der Rotoren und durch die Bäume sind die Anlagen nur von wenigen Stellen überhaupt zu sehen.
Sorgsamer Umgang mit dem Wald in allen Bauphasen
- Vor dem Bau:
Unabhängige Gutachter prüfen, was die günstigsten Standorte für die Windenergieanlagen sind, um Menschen und Tiere möglichst wenig zu stören. Hier halten wir uns an die strengen Vorgaben für Schallschutz und Tierschutz. Außerdem sichten wir das Waldstück auf Kampfmittel und räumen sie im Zweifelsfall auch. Das reduziert die Brandgefahr in der Region. In dem wirtschaftlich genutzten Forst profitieren wir von den gut ausgebauten Waldwegen. Die Zufahrtswege müssen wir dennoch über eine Länge von ca. vier Kilometern befestigen und verbreitern, sonst können unsere Transporter sie nicht befahren. - Während des Baus:
Wir bauen nur in den Wintermonaten, um die Schon- und Brutzeiten der Waldbewohner nicht zu stören. Der Bau eines Windrades dauert durchschnittlich drei bis sechs Monate. Für die Zeit des Baus benötigen wir eine Montage- und Lagerfläche von ca. 4000 m² pro Windrad (vgl. Bundesverband WindEnergie). - Nach dem Bau:
Die temporär beanspruchte Fläche für Zufahrtswege und Lager- oder Kranstellfläche forsten wir nach Abschluss der Bauarbeiten an Ort und Stelle wieder auf. In der Summe pflanzen wir sogar mehr Bäume: Als Ausgleich dafür, dass wir ausgewachsene Bäume fällen, pflanzen wir mehr junge nach.
Um die Erlaubnis für den Bau überhaupt erst zu bekommen, hinterlegen wir das Geld für den vollständigen Rückbau schon vor Baubeginn. Damit ist garantiert: Nach Ende der Betriebszeit nehmen wir alles wieder mit. Zurück bleiben nur aufgelockerte Böden und junger Mischwald.

Liegenschaftskarte mit dauerhaften und temporären Zufahrtswegen sowie Kranstellflächen.
Windenergie unterstützt ökologischen Waldumbau
Dauerhaft benötigt ein Windrad durchschnittlich 4600 m² Stand- und Wartungsfläche. Das entspricht in etwa einem halben Fußballfeld. Hinzu kommt eine temporär beanspruchte Fläche von 4000 m² für die Zeit des Baus. Damit ist Windenergie eine der platzsparendsten Energieerzeugungsarten überhaupt (vgl. Fachagentur Wind an Land).
Für die benötigte Waldfläche schaffen wir umfangreichen Ausgleich. Der Ort dafür ist schon vereinbart: hinter dem Truppenübungsplatzes Lehnin. Hier pflanzen wir auf 14.000 m2 überwiegend heimische Laubbäume. Das sind mehr als doppelt so viele Bäume wie wir abholzen müssen. Zusätzlich unterstützen wir den Waldumbau auf einer Fläche von 12.000 m2 nordöstlich von Borkheide. Der Mischwald ist wesentlich widerstandsfähiger gegenüber Extremwetterereignissen und somit besser gewappnet gegen die Folgen des Klimawandels als die aktuell vorherrschenden Monokulturen.
Bildergalerie (Weiterklicken durch grüne Pfeile): Karte der geplanten Wiederaufforstungsfläche, weitere Bilder: Aufforstung am Beispiel Windprojekt Günthersdorf
Bäume fällen für den Klimaschutz – ist das nicht ein Widerspruch?
Dazu eine kleine Rechnung: Eine Kiefer bindet in ihrem Leben durchschnittlich eine Tonne CO2 (vgl. Bayerisches Landesamt für Wald und Forstwirtschaft). Für den Bau der Windkraftanlagen müssen circa 500 Kiefern gefällt werden (vgl. Landwirtschaftskammer Niedersachsen). Das heißt, die 500 Tonnen CO2, die in dem Holz gebunden sind, werden als ökologischer Bau- oder Brennstoff weiterverwertet.
Anstelle der Bäume planen wir zwei Windenergieanlagen, die gemeinsam pro Jahr über 17.000 Tonnen CO2 einsparen. Zusätzlich forsten wir den gerodeten Wald wieder auf. Das Klima profitiert also doppelt: Wir erzeugen klimafreundlichen Strom und pflanzen gleichzeitig hochwertigen Wald.